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LSD: Aktueller Stand der Impf- und Überwachungszonen

Lumpy-Skin-Krankheit: Wachsamkeit und Früherkennung bleiben entscheidend

Die Schweiz ist bisher frei von der Lumpy-Skin-Krankheit. Wegen der Seuchensituation in mehreren europäischen Ländern und der zunehmenden Aktivität stechender Insekten müssen Rinderhaltende ihre Tiere dennoch aufmerksam beobachten.

Die Lumpy-Skin-Krankheit, auch Lumpy Skin Disease oder LSD genannt, ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie befällt Rinder, Büffel und Bisons. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich.

Neue Regeln für den Tierverkehr

Die Verordnung über Massnahmen im Zusammenhang mit der Lumpy-Skin-Krankheit wurde angepasst. Die neuen Bestimmungen sind am 5. Juni 2026 in Kraft getreten und gelten bis zum 28. Februar 2027.

Die Regeln für den Tierverkehr aus und innerhalb der Impfzone wurden harmonisiert. Tiere können unter festgelegten Bedingungen verstellt werden. Je nach Situation sind insbesondere eine klinische Untersuchung sowie ein ausreichender Impfschutz oder ein negativer Test erforderlich.

Auch der Versand von Samen, Eizellen und Embryonen aus der Impfzone ist unter klar definierten Voraussetzungen möglich. Für gewisse tierische Nebenprodukte wurden die Einschränkungen ebenfalls angepasst.

Tierhaltende in betroffenen Gebieten sollten geplante Tierbewegungen frühzeitig mit dem zuständigen kantonalen Veterinärdienst absprechen.

Impfzonen in der Westschweiz

Nach dem Auftreten der Krankheit in Frankreich wurden im Kanton Genf sowie in Teilen der Kantone Waadt und Wallis Impfzonen eingerichtet. Die Impfungen werden durch die kantonalen Veterinärdienste organisiert.

Ausserhalb der festgelegten Impfzonen dürfen Tiere nicht freiwillig gegen die Lumpy-Skin-Krankheit geimpft werden. Der Impfstatus jedes Tieres wird in der Tierverkehrsdatenbank erfasst.

Die Sömmerung von Schweizer Rindern in Frankreich bleibt für die Saison 2026 verboten. Mit dieser Massnahme soll verhindert werden, dass das Virus über infizierte Tiere oder stechende Insekten in die Schweiz gelangt.

Diese Symptome müssen ernst genommen werden

Die Erkrankung beginnt häufig mit wenig spezifischen Symptomen. Dazu gehören:

  • hohes Fieber;
  • Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit;
  • verminderte Milchleistung;
  • Gewichtsverlust;
  • Augen-, Nasen- oder Mundausfluss;
  • vergrösserte Lymphknoten;
  • feste Knoten in der Haut.
  • Die typischen Hautknoten können einen Durchmesser von etwa 0,5 bis 5 Zentimetern erreichen. Sie können am ganzen Körper auftreten und später absterben oder sich ablösen. Nicht bei allen Tieren sind die Veränderungen sofort deutlich erkennbar.

Rinder sollten deshalb täglich und unabhängig von ihrem Impfstatus kontrolliert werden.

Bei einem Verdacht sofort handeln

Verdächtige Symptome müssen unverzüglich einer Tierärztin oder einem Tierarzt gemeldet werden. Tierhaltende sollten nicht abwarten, bis mehrere Tiere erkrankt sind oder sich deutliche Hautveränderungen entwickelt haben.

Eine frühe Erkennung ist entscheidend. Sie ermöglicht den Veterinärbehörden, notwendige Untersuchungen durchzuführen und eine mögliche Ausbreitung schnell zu begrenzen.

Übertragung durch stechende Insekten reduzieren

Das Virus wird vor allem durch stechende Fliegen, Bremsen und Mücken verbreitet. Die Insekten lassen sich nicht vollständig eliminieren, das Übertragungsrisiko kann jedoch reduziert werden.

Mögliche Massnahmen sind:

  1. Fliegengitter an Fenstern und Stallöffnungen anbringen;
  2. stehendes Wasser und feuchte Bereiche in der Umgebung reduzieren;
  3. Tiere nach Rücksprache mit der Bestandestierärztin oder dem Bestandestierarzt mit geeigneten Repellentien oder Insektiziden behandeln;
  4. Gesundheitszustand und Haut der Tiere täglich kontrollieren;
  5. Biosicherheitsmassnahmen beim Tier-, Personen- und Fahrzeugverkehr konsequent einhalten.
  6. Prävention schützt Tiere und Betriebe

Ein Ausbruch der Lumpy-Skin-Krankheit hätte schwerwiegende Folgen für betroffene Bestände, den Tierverkehr und die gesamte Rinderbranche. Neben Tierleid können erhebliche wirtschaftliche Schäden durch Milchleistungsrückgänge, Hautschäden, Handelsbeschränkungen und Bekämpfungsmassnahmen entstehen.

Wachsamkeit, Früherkennung und konsequente Biosicherheit sind deshalb auch in bisher nicht betroffenen Regionen wichtig. Verdachtsfälle müssen sofort gemeldet werden.

Teja Snedec
Wissenschaftliche Mitarbeiterin