{"id":4230,"date":"2026-07-21T12:48:24","date_gmt":"2026-07-21T11:48:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/?p=4230"},"modified":"2026-07-21T12:48:48","modified_gmt":"2026-07-21T11:48:48","slug":"kleiner-beutenkaefer-schweizer-bienenstaende-bleiben-unter-beobachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/kleiner-beutenkaefer-schweizer-bienenstaende-bleiben-unter-beobachtung\/","title":{"rendered":"Kleiner Beutenk\u00e4fer: Schweizer Bienenst\u00e4nde bleiben unter Beobachtung"},"content":{"rendered":"<p>Das Fr\u00fcherkennungsprogramm Apinella l\u00e4uft seit dem 1. Mai 2026 erneut. Die Schweiz war im Herbst 2025 frei vom Kleinen Beutenk\u00e4fer. Wegen aktueller Nachweise in S\u00fcditalien bleiben regelm\u00e4ssige Kontrollen und sichere Importe wichtig.<!--more--><\/p>\n<p>Das nationale Fr\u00fcherkennungsprogramm Apinella ist am 1. Mai 2026 in eine neue Kontrollsaison gestartet. Bis Ende Oktober untersuchen Sentinel-Imkerinnen und -Imker ihre Bienenst\u00e4nde regelm\u00e4ssig auf den Kleinen Beutenk\u00e4fer.<\/p>\n<p>Der Bienensch\u00e4dling konnte sich in S\u00fcditalien etablieren und bisher nicht ausgerottet werden. Mit dem Beginn der neuen Bienensaison steigt auch das Risiko einer Einschleppung in die Schweiz. Das fr\u00fchzeitige Erkennen eines ersten Befalls ist entscheidend, um eine grossfl\u00e4chige Ausbreitung zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Schweiz war im Herbst 2025 weiterhin befallsfrei<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen von Apinella wurden 2025 in allen Schweizer Kantonen und im F\u00fcrstentum Liechtenstein Sentinel-Imkerinnen und -Imker eingesetzt.<\/p>\n<p>Insgesamt \u00fcbermittelten 123 Teilnehmende 1\u2019195 Kontrollergebnisse. Bei keiner der Kontrollen wurden verd\u00e4chtige K\u00e4fer gefunden. Das Fr\u00fcherkennungsprogramm konnte damit zeigen, dass die Schweizer Bienenst\u00e4nde im Herbst 2025 weiterhin frei vom Kleinen Beutenk\u00e4fer waren.<\/p>\n<p>Die Beteiligung und die Anzahl der Meldungen gingen gegen\u00fcber dem Vorjahr allerdings leicht zur\u00fcck. Eine regelm\u00e4ssige und zeitnahe Kontrolle bleibt wichtig, damit ein m\u00f6glicher Eintrag zuverl\u00e4ssig entdeckt werden kann.<\/p>\n<p><strong>Was ist der Kleine Beutenk\u00e4fer?<\/strong><\/p>\n<p>Der Kleine Beutenk\u00e4fer, wissenschaftlich Aethina tumida, ist ein Parasit von Honigbienen und Hummeln. Er stammt urspr\u00fcnglich aus Afrika s\u00fcdlich der Sahara und wurde in verschiedene weitere Weltregionen verschleppt.<\/p>\n<p>Ausgewachsene K\u00e4fer sind dunkelbraun, etwa f\u00fcnf bis sieben Millimeter lang und ungef\u00e4hr drei Millimeter breit. Sie verstecken sich bevorzugt in dunklen Ritzen und verborgenen Bereichen des Bienenstocks.<\/p>\n<p>Die Weibchen legen ihre Eier in Ritzen oder unter Wabendeckeln ab. Daraus schl\u00fcpfen weissliche, maden\u00e4hnliche Larven, die bis zu zw\u00f6lf Millimeter lang werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welche Sch\u00e4den verursacht der K\u00e4fer?<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl die ausgewachsenen K\u00e4fer als auch ihre Larven fressen Honig, Pollen und Bienenbrut. Die gr\u00f6ssten Sch\u00e4den werden durch die Larven verursacht.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Hinweise auf einen Befall sind:<\/p>\n<ul>\n<li>K\u00e4fer, die beim \u00d6ffnen der Beute vor dem Licht fliehen;<\/li>\n<li>weissliche Larven in den Waben;<\/li>\n<li>besch\u00e4digte oder schleimige Waben;<\/li>\n<li>faulig riechender und g\u00e4render Honig;<\/li>\n<li>Verunreinigung des Honigs durch Larvenkot;<\/li>\n<li>geschw\u00e4chte Bienenv\u00f6lker;<\/li>\n<li>zusammenbrechende Waben;<\/li>\n<li>Verlassen des Bienenstocks durch das Volk.<\/li>\n<li>Der Sch\u00e4dling kann sich zun\u00e4chst unbemerkt entwickeln. Er bef\u00e4llt nicht nur aktive Bienenv\u00f6lker, sondern kann auch gelagertes Imkereimaterial sch\u00e4digen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Menschen stellt der Kleine Beutenk\u00e4fer keine Gefahr dar.<\/p>\n<p><strong>Situation in Italien bleibt relevant<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2014 wird der Kleine Beutenk\u00e4fer in S\u00fcditalien nachgewiesen. Besonders betroffen sind Kalabrien und Sizilien.<\/p>\n<p>Im Mai 2026 wurde in der Provinz Messina auf Sizilien der erste italienische Fall des Jahres gemeldet. Bereits im Dezember 2025 waren positive Sentinelv\u00f6lker in Kalabrien und Sizilien festgestellt worden.<\/p>\n<p>Ausgewachsene K\u00e4fer k\u00f6nnen selbstst\u00e4ndig mehrere Kilometer fliegen. Zus\u00e4tzlich kann der Sch\u00e4dling durch Wanderimkerei, den Transport von Bienenv\u00f6lkern sowie durch Imkereimaterial \u00fcber gr\u00f6ssere Distanzen verschleppt werden.<\/p>\n<p><strong>Importe bilden das gr\u00f6sste Einschleppungsrisiko<\/strong><\/p>\n<p>Als wichtigste Risiken f\u00fcr eine Einschleppung in die Schweiz gelten Importe von:<\/p>\n<ul>\n<li>Honigbienen und Hummeln;<\/li>\n<li>Bienenk\u00f6niginnen und Begleitbienen;<\/li>\n<li>Imkerei-Nebenprodukten;<\/li>\n<li>gebrauchtem Imkereimaterial.<\/li>\n<li>Alle Bienenimporte in die Schweiz werden auf einen m\u00f6glichen Befall mit dem Kleinen Beutenk\u00e4fer kontrolliert. Imkerinnen und Imker sollten dennoch ausschliesslich Tiere und Material aus nachvollziehbaren und legalen Quellen beziehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gebrauchte Beuten, Waben, Werkzeuge und andere Betriebsmittel sollten vor einer \u00dcbernahme sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden. Die aktuellen Einfuhr- und Handelsbestimmungen sind vor jedem Import zu beachten.<\/p>\n<p><strong>So funktioniert Apinella<\/strong><\/p>\n<p>Das Fr\u00fcherkennungsprogramm wird seit 2015 durchgef\u00fchrt. Die kantonalen Veterin\u00e4rdienste rekrutieren daf\u00fcr Sentinel-Imkerinnen und -Imker an strategisch wichtigen Standorten.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren insbesondere Bienenst\u00e4nde:<\/p>\n<ul>\n<li>in nach S\u00fcden offenen T\u00e4lern;<\/li>\n<li>entlang wichtiger Verkehrsachsen;<\/li>\n<li>in Regionen mit Bienenimporten;<\/li>\n<li>in Gebieten mit internationalem Warenverkehr;<\/li>\n<li>an Standorten mit erh\u00f6htem Risiko durch Wanderimkerei.<\/li>\n<li>Die teilnehmenden Imkerinnen und Imker kontrollieren ihre St\u00e4nde von Mai bis Ende Oktober alle zwei Wochen mit der Sch\u00e4fer-Diagnosefalle. Die Ergebnisse werden \u00fcber eine zentrale Plattform an das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen \u00fcbermittelt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was ist bei einem verd\u00e4chtigen Fund zu tun?<\/p>\n<p>Der Befall mit dem Kleinen Beutenk\u00e4fer gilt in der Schweiz als zu bek\u00e4mpfende Tierseuche.<\/p>\n<p>Wer einen verd\u00e4chtigen K\u00e4fer, eine Larve oder auff\u00e4llige Sch\u00e4den entdeckt, muss umgehend die zust\u00e4ndige kantonale Bieneninspektorin, den kantonalen Bieneninspektor oder die kantonale Veterin\u00e4rbeh\u00f6rde kontaktieren.<\/p>\n<p>Bis zur Abkl\u00e4rung sollten keine Bienenv\u00f6lker, Waben, Beuten oder anderen Materialien vom betroffenen Stand entfernt werden. Verd\u00e4chtige Funde m\u00fcssen fachlich untersucht werden, da auch andere K\u00e4fer- und Larvenarten in der Umgebung von Bienenst\u00f6cken vorkommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Aufmerksamkeit sch\u00fctzt die Schweizer Bienenv\u00f6lker<\/strong><\/p>\n<p>Die Resultate von 2025 sind erfreulich. Wegen der anhaltenden Nachweise in S\u00fcditalien bleibt die Einschleppungsgefahr jedoch bestehen.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4ssige Kontrollen, sichere Importe, sauberes Imkereimaterial und eine schnelle Meldung verd\u00e4chtiger Funde sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit ein m\u00f6glicher Eintrag fr\u00fch erkannt und wirksam bek\u00e4mpft werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Fr\u00fcherkennungsprogramm Apinella l\u00e4uft seit dem 1. Mai 2026 erneut. Die Schweiz war im Herbst 2025 frei vom Kleinen Beutenk\u00e4fer. Wegen aktueller Nachweise in S\u00fcditalien bleiben regelm\u00e4ssige Kontrollen und sichere Importe wichtig. 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