{"id":4227,"date":"2026-07-21T12:35:17","date_gmt":"2026-07-21T11:35:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/?p=4227"},"modified":"2026-07-21T12:36:25","modified_gmt":"2026-07-21T11:36:25","slug":"schaf-und-ziegenpocken-ausbrueche-in-europa-erfordern-erhoehte-wachsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/schaf-und-ziegenpocken-ausbrueche-in-europa-erfordern-erhoehte-wachsamkeit\/","title":{"rendered":"Schaf- und Ziegenpocken: Ausbr\u00fcche in Europa erfordern erh\u00f6hte Wachsamkeit"},"content":{"rendered":"<p>In Griechenland, Rum\u00e4nien und Kosovo treten weiterhin Schaf- und Ziegenpocken auf. Die Schweiz ist frei von der Krankheit. Hautkn\u00f6tchen, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Atembeschwerden m\u00fcssen umgehend tier\u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden<!--more--><\/p>\n<p>In mehreren L\u00e4ndern S\u00fcdosteuropas treten weiterhin Schaf- und Ziegenpocken auf. Die Schweiz ist frei von der hochansteckenden Viruserkrankung und hat bisher noch nie einen Fall verzeichnet.<\/p>\n<p>Aufgrund der aktuellen europ\u00e4ischen Seuchenlage sind Tierhaltende, Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzte dennoch zu erh\u00f6hter Aufmerksamkeit aufgerufen. Besonders wichtig sind die fr\u00fchzeitige Erkennung verd\u00e4chtiger Hautver\u00e4nderungen, eine konsequente Biosicherheit und die sofortige Meldung m\u00f6glicher Verdachtsf\u00e4lle.<\/p>\n<p><strong>Aktuelle Lage in Europa<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen berichtet \u00fcber Ausbr\u00fcche in Griechenland, Rum\u00e4nien und Kosovo. In Bulgarien, Griechenland und Rum\u00e4nien bestehen derzeit Sperrzonen und Schutzmassnahmen f\u00fcr den Tier- und Warenverkehr.<\/p>\n<p>Die Einschr\u00e4nkungen betreffen nicht nur lebende Schafe und Ziegen, sondern teilweise auch Zuchtmaterial, Fleisch, Milch, Kolostrum, H\u00e4ute, Felle, Wolle und weitere tierische Nebenprodukte.<\/p>\n<p>Wer Tiere oder tierische Erzeugnisse aus dem Ausland einf\u00fchrt, sollte die aktuell geltenden Bestimmungen vor jeder Verbringung pr\u00fcfen. Die Schutzmassnahmen k\u00f6nnen sich abh\u00e4ngig von der Seuchenlage kurzfristig \u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Was sind Schaf- und Ziegenpocken?<\/strong><\/p>\n<p>Schaf- und Ziegenpocken sind eine hochansteckende Viruserkrankung der kleinen Wiederk\u00e4uer. Verursacht wird sie durch Viren der Gattung Capripoxvirus.<\/p>\n<p>Betroffen sind Schafe und Ziegen aller Altersgruppen. Der Schweregrad kann je nach Alter, Rasse und Virusstamm unterschiedlich sein. Besonders bei Jungtieren kann die Krankheit schwer verlaufen und zu hohen Tierverlusten f\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen ist die Krankheit nicht gef\u00e4hrlich. Sie ist keine Zoonose.<\/p>\n<p><strong>Diese Symptome m\u00fcssen ernst genommen werden<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Erkrankung k\u00f6nnen unspezifische Krankheitsanzeichen auftreten:<\/p>\n<ul>\n<li>hohes Fieber;<\/li>\n<li>Mattigkeit und verminderte Futteraufnahme;<\/li>\n<li>starkes Speicheln;<\/li>\n<li>Nasen- und Augenausfluss;<\/li>\n<li>vergr\u00f6sserte Lymphknoten;<\/li>\n<li>Husten oder erschwerte Atmung.<\/li>\n<li>Nach kurzer Zeit entwickeln sich h\u00e4ufig feste Hautkn\u00f6tchen. Besonders betroffen sind wenig bewollte oder unbehaarte K\u00f6rperstellen wie Lippen und Maulbereich;<\/li>\n<li>Nase und Augenlider;<\/li>\n<li>Euter und Zitzen;<\/li>\n<li>Geschlechtsorgane;<\/li>\n<li>Innenseiten der Beine;<\/li>\n<li>Bereiche unter dem Schwanz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Kn\u00f6tchen k\u00f6nnen aufbrechen, absterben und Krusten bilden. Bei schweren Verl\u00e4ufen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich Ver\u00e4nderungen an den Schleimh\u00e4uten, in den Atemwegen und im Verdauungstrakt auftreten. Das Abheilen der Hautver\u00e4nderungen kann mehrere Wochen dauern.<\/p>\n<p><strong>Nicht jede Hautver\u00e4nderung ist eine Schaf- oder Ziegenpocke<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnliche Krankheitsbilder k\u00f6nnen unter anderem bei Lippengrind beziehungsweise Orf, Blauzungenkrankheit, Schafr\u00e4ude, Photosensibilisierung, Allergien, Dermatophilose oder der Pest der kleinen Wiederk\u00e4uer auftreten.<\/p>\n<p>Eine zuverl\u00e4ssige Unterscheidung allein anhand der sichtbaren Symptome ist nicht m\u00f6glich. Die endg\u00fcltige Diagnose muss durch eine Laboruntersuchung erfolgen.<\/p>\n<p>Tierhaltende sollten auff\u00e4llige Hautver\u00e4nderungen deshalb nicht selbst beurteilen oder zun\u00e4chst \u00fcber l\u00e4ngere Zeit beobachten. Bei einem Verdacht muss unverz\u00fcglich die Bestandestier\u00e4rztin oder der Bestandestierarzt kontaktiert werden.<\/p>\n<p>Wie wird die Krankheit \u00fcbertragen?<\/p>\n<p>Die Ansteckung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Grosse Virusmengen befinden sich insbesondere in:<\/p>\n<ul>\n<li>Hautkn\u00f6tchen und Krusten;<\/li>\n<li>Nasen- und Augensekret;<\/li>\n<li>Speichel;<\/li>\n<li>weiteren Ausscheidungen.<\/li>\n<li>Eine indirekte \u00dcbertragung ist ebenfalls m\u00f6glich. Der Erreger kann \u00fcber kontaminierte Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge, Transportmittel, Schermaschinen, Arbeitsger\u00e4te und Stalleinrichtungen verschleppt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch stechende Insekten k\u00f6nnen zur mechanischen \u00dcbertragung beitragen. Zudem kann erregerhaltiges Krustenmaterial mit Staub oder Aerosolen aufgenommen werden.<\/p>\n<p>Besonders problematisch ist die hohe Widerstandsf\u00e4higkeit des Virus. In eingetrockneten Krusten kann es bis zu sechs Monate infekti\u00f6s bleiben.<\/p>\n<p><strong>Biosicherheit konsequent umsetzen<\/strong><\/p>\n<p>Tierhaltende k\u00f6nnen das Risiko einer Einschleppung durch verschiedene Massnahmen reduzieren.<\/p>\n<p><strong>Tierzuk\u00e4ufe sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen<\/strong><\/p>\n<p>Tiere sollten nur aus Best\u00e4nden mit nachvollziehbarem Gesundheitsstatus und unter Einhaltung aller Einfuhr- und Handelsbestimmungen zugekauft werden.<\/p>\n<p>Herkunft, Begleitdokumente und Transportwege m\u00fcssen \u00fcberpr\u00fcfbar sein. Neu eingestallte Tiere sollten besonders aufmerksam auf Fieber, Ver\u00e4nderungen des Allgemeinbefindens und Hautl\u00e4sionen kontrolliert werden.<\/p>\n<p><strong>Personen- und Fahrzeugverkehr begrenzen<\/strong><\/p>\n<p>Betriebsfremde Personen sollten Tierbereiche nur betreten, wenn dies notwendig ist. Saubere betriebseigene Kleidung und Schuhe sowie eine funktionierende Hygieneschleuse reduzieren das Risiko einer Erregerverschleppung.<\/p>\n<p>Transportfahrzeuge, Anh\u00e4nger und Verladeeinrichtungen m\u00fcssen sauber sein. Nach Tiertransporten sind eine gr\u00fcndliche Reinigung und eine situationsgerechte Desinfektion wichtig.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam verwendete Ger\u00e4te reinigen<\/strong><\/p>\n<p>Schermaschinen, Klauenwerkzeuge, Behandlungsmaterial, F\u00fctterungsger\u00e4te und andere gemeinsam genutzte Gegenst\u00e4nde k\u00f6nnen Krankheitserreger zwischen Herden \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Solche Ger\u00e4te m\u00fcssen vor einem Einsatz in einem anderen Bestand sorgf\u00e4ltig gereinigt und desinfiziert werden.<\/p>\n<p><strong>Tiere vor Insekten sch\u00fctzen<\/strong><\/p>\n<p>Ein vollst\u00e4ndiger Schutz vor stechenden Insekten ist kaum m\u00f6glich. M\u00f6gliche Massnahmen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>stehendes Wasser und feuchte Brutpl\u00e4tze reduzieren;<\/li>\n<li>Fliegengitter oder andere physische Barrieren einsetzen;<\/li>\n<li>geeignete Insektenschutzmittel nach tier\u00e4rztlicher Beratung verwenden;<\/li>\n<li>Tiere regelm\u00e4ssig auf Hautver\u00e4nderungen untersuchen.<\/li>\n<li>Bei einem Verdacht sofort melden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schaf- und Ziegenpocken geh\u00f6ren in der Schweiz zu den hochansteckenden und meldepflichtigen Tierseuchen.<\/p>\n<p>Bei verd\u00e4chtigen Symptomen m\u00fcssen Tierhaltende oder Betreuungspersonen unverz\u00fcglich eine Tier\u00e4rztin oder einen Tierarzt kontaktieren. Bis zur Abkl\u00e4rung sollten unn\u00f6tige Tier-, Personen- und Materialbewegungen vermieden und die Anweisungen der Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden befolgt werden.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fche Meldung ist entscheidend, um einen m\u00f6glichen Eintrag rasch zu erkennen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Impfung ist in der Schweiz verboten<\/strong><\/p>\n<p>Impfstoffe gegen Schaf- und Ziegenpocken sind grunds\u00e4tzlich vorhanden und werden in bestimmten Endemiegebieten eingesetzt. In der Schweiz ist die Impfung derzeit verboten.<\/p>\n<p>Der Schutz der Schweizer Best\u00e4nde beruht deshalb vor allem auf kontrolliertem Tierverkehr, Biosicherheit, Fr\u00fcherkennung und der unverz\u00fcglichen Meldung verd\u00e4chtiger Krankheitsanzeichen.<\/p>\n<p>Die aktuelle Lage zeigt, dass Tierhaltende und Tier\u00e4rzteschaft insbesondere bei neu eingestallten Tieren, internationalen Transporten und ungew\u00f6hnlichen Hautver\u00e4nderungen wachsam bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Griechenland, Rum\u00e4nien und Kosovo treten weiterhin Schaf- und Ziegenpocken auf. Die Schweiz ist frei von der Krankheit. Hautkn\u00f6tchen, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Atembeschwerden m\u00fcssen umgehend tier\u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden In mehreren L\u00e4ndern S\u00fcdosteuropas treten weiterhin Schaf- und Ziegenpocken auf. Die Schweiz ist frei von der hochansteckenden Viruserkrankung und hat bisher noch nie einen Fall [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4229,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4227","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4227"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4227\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4228,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4227\/revisions\/4228"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4229"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}