{"id":4215,"date":"2026-07-15T07:37:56","date_gmt":"2026-07-15T06:37:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/?p=4215"},"modified":"2026-07-16T07:41:43","modified_gmt":"2026-07-16T06:41:43","slug":"afrikanische-schweinepest-247-wildschweine-negativ-einschleppungsrisiko-bleibt-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nutztiergesundheit-schweiz.ch\/fr\/afrikanische-schweinepest-247-wildschweine-negativ-einschleppungsrisiko-bleibt-hoch\/","title":{"rendered":"Afrikanische Schweinepest"},"content":{"rendered":"<p>247 Wildschweine negativ \u2013 Einschleppungsrisiko bleibt hoch<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die Schweiz ist weiterhin frei von der Afrikanischen Schweinepest. Im Rahmen des nationalen Fr\u00fcherkennungsprogramms wurden im Jagdjahr 2025\/2026 insgesamt 247 tot aufgefundene, verunfallte oder aufgrund von Krankheitsanzeichen erlegte Wildschweine untersucht. S\u00e4mtliche Resultate waren negativ.<\/p>\n<p>Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Europa weiterhin aus. Das Risiko einer Einschleppung in die Schweiz durch menschliche Aktivit\u00e4ten bleibt hoch. Konsequente Biosicherheit ist deshalb f\u00fcr alle Schweinehaltungen entscheidend \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um einen grossen Produktionsbetrieb oder eine Hobbyhaltung handelt.<\/p>\n<p><strong>Was ist die Afrikanische Schweinepest?<br \/>\n<\/strong>Die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP, ist eine Viruserkrankung, die ausschliesslich Haus- und Wildschweine bef\u00e4llt. Die Krankheit verl\u00e4uft bei infizierten Tieren h\u00e4ufig t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen ist die ASP nicht gef\u00e4hrlich. Sie kann weder durch direkten Kontakt mit erkrankten Schweinen noch durch den Verzehr von Schweinefleisch auf Menschen \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Schweinebest\u00e4nde stellt die Krankheit jedoch eine erhebliche Bedrohung dar. Gegen die ASP gibt es derzeit weder eine Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff.<\/p>\n<p>Weshalb menschliche Aktivit\u00e4ten das gr\u00f6sste Risiko darstellen<\/p>\n<p>Das ASP-Virus kann in Blut, Tierk\u00f6rpern, Fleischprodukten und in der Umwelt \u00fcber lange Zeit infekti\u00f6s bleiben. Es kann direkt von Schwein zu Schwein, aber auch indirekt \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche \u00dcbertragungswege sind:<\/p>\n<p>kontaminierte Fleisch- und Wurstwaren;<br \/>\nSpeise- und K\u00fcchenabf\u00e4lle;<br \/>\nverschmutzte Schuhe und Kleidung;<br \/>\nTransportfahrzeuge und Verladeeinrichtungen;<br \/>\nWerkzeuge und andere Ger\u00e4tschaften;<br \/>\nJagdausr\u00fcstung und Jagdtroph\u00e4en;<br \/>\nkontaminiertes Futter oder Einstreumaterial;<br \/>\ndirekter oder indirekter Kontakt mit Wildschweinen.<br \/>\nWildschweine verbreiten die Krankheit nat\u00fcrlicherweise meist nur \u00fcber relativ kurze Distanzen. F\u00fcr sprunghafte Verschleppungen \u00fcber Hunderte von Kilometern sind dagegen h\u00e4ufig Menschen verantwortlich.<\/p>\n<p>Bereits eine weggeworfene Wurstware aus einem betroffenen Gebiet kann ein Risiko darstellen, wenn sie von Wildschweinen aufgenommen wird.<\/p>\n<p>Sieben zentrale Biosicherheitsmassnahmen<\/p>\n<p>Schweinehaltende k\u00f6nnen das Risiko eines Eintrags deutlich reduzieren.<\/p>\n<p><strong>1. Keine Speisereste verf\u00fcttern<\/strong><\/p>\n<p>Das Verf\u00fcttern von K\u00fcchen- und Speiseabf\u00e4llen an Schweine ist verboten. Auch private Lebensmittelreste oder mitgebrachte Fleischwaren d\u00fcrfen niemals in die N\u00e4he der Tiere gelangen.<\/p>\n<p>Speiseabf\u00e4lle m\u00fcssen in geschlossenen und f\u00fcr Wildschweine unzug\u00e4nglichen Beh\u00e4ltern entsorgt werden.<\/p>\n<p><strong>2. Zutritt zum Schweinestall kontrollieren<\/strong><\/p>\n<p>Betriebsfremde Personen sollten den Stall nur betreten, wenn dies notwendig ist. Dazu geh\u00f6ren auch Fahrerinnen und Fahrer, Beratende, Kontrolleure, Handwerkerinnen und Handwerker sowie andere Besucher.<\/p>\n<p>Die Zutritte sollten dokumentiert und die Personen \u00fcber die geltenden Hygieneregeln informiert werden.<\/p>\n<p><strong>3. Hygieneschleuse konsequent benutzen<\/strong><\/p>\n<p>Jede Person sollte den Tierbereich ausschliesslich \u00fcber eine funktionierende Hygieneschleuse betreten.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>Wechsel der Kleidung;<br \/>\nstalleigene Schuhe oder Stiefel;<br \/>\nReinigung und Desinfektion der H\u00e4nde;<br \/>\nklare Trennung zwischen dem unreinen und dem reinen Bereich.<br \/>\nDie Regel gilt auch f\u00fcr Betriebsleitende, Familienmitglieder und Mitarbeitende.<\/p>\n<p><strong>4. Fahrzeuge und Ger\u00e4te reinigen<\/strong><\/p>\n<p>Transportfahrzeuge, Verladefl\u00e4chen, Treibbretter und andere Ger\u00e4te k\u00f6nnen Krankheitserreger zwischen Betrieben verschleppen.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen regelm\u00e4ssig gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden. Betriebsfremde Fahrzeuge sollten m\u00f6glichst nicht in den sauberen Betriebsbereich gelangen.<\/p>\n<p><strong>5. Kontakt mit Wildschweinen verhindern<\/strong><\/p>\n<p>Haus- und Wildschweine d\u00fcrfen weder direkt noch indirekt miteinander in Kontakt kommen.<\/p>\n<p>Besondere Aufmerksamkeit ben\u00f6tigen Betriebe mit Auslauf- oder Freilandhaltung. Z\u00e4une m\u00fcssen regelm\u00e4ssig auf Sch\u00e4den kontrolliert werden. Futter, Einstreu und Betriebsmittel sind so zu lagern, dass Wildschweine keinen Zugang haben.<\/p>\n<p><strong>6. Mitarbeitende und Besucher sensibilisieren<\/strong><\/p>\n<p>Alle Personen, die Kontakt zu den Schweinen haben, m\u00fcssen die wichtigsten \u00dcbertragungswege und Hygieneregeln kennen.<\/p>\n<p>Besonders relevant sind Auslandreisen, Jagdaktivit\u00e4ten und Kontakte zu anderen Schweinehaltungen. Nach einem Aufenthalt in einem ASP-Gebiet m\u00fcssen erh\u00f6hte Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden.<\/p>\n<p><strong>7. Jagdreisen besonders ernst nehmen<\/strong><\/p>\n<p>Nach Jagdreisen in betroffene Gebiete m\u00fcssen Schuhe, Kleidung, Ger\u00e4te und Fahrzeuge gr\u00fcndlich gereinigt und desinfiziert werden, bevor sie auf einen Schweizer Schweinebetrieb gelangen.<\/p>\n<p>Auf das Mitbringen von Schweine- und Wildschweinefleisch sowie von Jagdtroph\u00e4en aus betroffenen Gebieten sollte verzichtet werden. Jagdausr\u00fcstung darf nicht gleichzeitig im Schweinestall verwendet oder gelagert werden.<\/p>\n<p>Diese Symptome m\u00fcssen sofort abgekl\u00e4rt werden<\/p>\n<p>Die Krankheitszeichen der Afrikanischen Schweinepest sind nicht immer eindeutig. Zudem k\u00f6nnen zun\u00e4chst nur einzelne Tiere im Bestand betroffen sein.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Anzeichen sind:<\/p>\n<p>hohes oder wiederkehrendes Fieber;<br \/>\nverminderte Futteraufnahme;<br \/>\nAbgeschlagenheit und K\u00fcmmern;<br \/>\npl\u00f6tzliche Todesf\u00e4lle;<br \/>\nBlauverf\u00e4rbungen an Ohrspitzen oder Gliedmassen;<br \/>\npunkt- oder fl\u00e4chenf\u00f6rmige Hautblutungen;<br \/>\nHautr\u00f6tungen;<br \/>\nDurchfall;<br \/>\nAborte;<br \/>\nschlechte Mastleistung;<br \/>\ngeh\u00e4ufte Infektionen und zunehmende Tierverluste.<br \/>\nBei solchen Beobachtungen muss unverz\u00fcglich die Bestandestier\u00e4rztin oder der Bestandestierarzt kontaktiert werden. Die Symptome k\u00f6nnen auch andere Ursachen haben. Eine schnelle tier\u00e4rztliche Abkl\u00e4rung ist dennoch entscheidend.<\/p>\n<p>Bei unklaren Anzeichen kann eine Ausschlussuntersuchung auf Afrikanische Schweinepest durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Wildschweine sind f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung entscheidend<\/p>\n<p>Seit 2018 werden in der Schweiz tot aufgefundene Wildschweine, Unfallwild sowie aufgrund von Krankheitsanzeichen erlegte Tiere gezielt auf ASP untersucht.<\/p>\n<p>Im Jagdjahr vom 1. April 2025 bis zum 31. M\u00e4rz 2026 wurden Proben von 247 Wildschweinen aus 15 Kantonen untersucht. Alle Ergebnisse waren negativ.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen J\u00e4gerschaft, Wildhut sowie kantonalen Jagd- und Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden ist f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung zentral. Auff\u00e4llige oder tot aufgefundene Wildschweine m\u00fcssen den zust\u00e4ndigen Stellen gemeldet werden.<\/p>\n<p>Vorbeugen ist derzeit der wirksamste Schutz<\/p>\n<p>Ein ASP-Ausbruch h\u00e4tte weitreichende Folgen f\u00fcr betroffene Betriebe und die gesamte Schweizer Schweinebranche. Neben dem Verlust von Tieren w\u00e4ren umfangreiche Sperr-, \u00dcberwachungs- und Bek\u00e4mpfungsmassnahmen sowie Einschr\u00e4nkungen im Tier- und Warenverkehr zu erwarten.<\/p>\n<p>Da weder eine Behandlung noch eine Impfung zur Verf\u00fcgung stehen, bleiben Biosicherheit, Fr\u00fcherkennung und eine sofortige Meldung verd\u00e4chtiger Symptome die wichtigsten Schutzmassnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>247 Wildschweine negativ \u2013 Einschleppungsrisiko bleibt hoch Die Schweiz ist weiterhin frei von der Afrikanischen Schweinepest. 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